20.07.2004

Auszug aus dem Artikel:

Regina Ziegler: Ein Kanzler ist "ideal besetzt' wie ein Ei des Columbus, das mitten in die Quadratur des Zirkels gelegt wird. Clooney und die Zeta-Jones. Einer, der all das, was wir für richtig halten, auch macht, im Zweifel gegen den Rest der Welt, z. B.: George W. Bush. Einen Global Player, der nach vielen Stunden Flug nicht grün im Gesicht nach Luft schnappt, sondern schon auf der Treppe dynamisch eine überfällige Reform ins Mikrofon spricht, und dem Vorsitzenden seiner Partei erklärt, dass auch eine Minderheit immer noch besser ist als keine Mehrheit. Wir wollen einen Kanzler, dessen Verfassung jederzeit besser ist als die von Europa. Wir wollen keinen, der dem Druck nicht mehr standhält, keinen, dessen Gedanken immer öfter abschweifen. Lieber einen, der für kleine Anfragen genauso gut ist wie für große Antworten. Einen, der sich, die Details von Hartz IV im Kopf, völlig natürlich bewegt zwischen seinen Bodyguards und so tut, als sei er keine Zielscheibe. Vor allem einen, der dem Volk etwas erklären soll, was das Volk nicht hören will und schon gar nicht verstehen mag, wobei ich mich an eine Umfrage unter Löwen erinnere: die Mehrheit lehnt den Käfig ab, wünscht jedoch eine geregelte Verpflegung. Wenn Schröder gut drauf ist, ist er einer von diesen. Und wir gut dran. Dabei verdient er nicht annähernd, was man verdient, wenn man Mannesmann verkauft und dem Volk gar nichts erklären muss. Ich ziehe vor jedem Kanzler dieser Art eines meiner roten Hütchen.

Regina Ziegler ist Filmproduzentin in Berlin.

Der ganze Artikel ist unter www.welt.de einzusehen

© 2019 Zieglerfilm Cinema GmbH